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Kleine Wetterkunde

 

(Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 08.09.2008 - 23:04:11) 

Wind und Wetter

Wind und Wetter sind beim Segeln das Um und Auf.

1. Luftdruck und Wind

Der Wind wird durch Luftdruckunterschiede hervorgerufen. Je größer also die Gegensätze des Luftdruckes, umso stärker ist der Wind. Am schwächsten ist er daher inmitten großer Hochdruckgebiete.
  • Hoch: Die Luft strömt spiralförmig im Uhrzeigersinn aus dem Hochdruckgebiet.
  • Tief: Die Luft strömt spiralförmig gegen den Uhrzeigersinn in das Tiefdruckgebiet.


Dazwischen ist der Wind etwa parallel zu den Isobaren. Er weist dabei leicht in Richtung zum tiefen Druckpunkt.

Bei Gewittern kann starker Wind auch dann auftreten, wenn die großräumigen Druckunterschiede klein sind, die Isobaren auf der Wetterkarte also weit auseinander liegen. Die starken Winde dauern dabei meist nur kurz.

Land- und Seewind

Durch unterschiedliche Erwärmung von Land und Wasserflächen entsteht an den Küsten eine flache Luftzirkulation, die Windgeschwindigkeiten von 10 bis 20 Knoten hervorbringen kann.

Tagsüber wird das Land stärker erwärmt als die benachbarte Wasserfläche. Warme Luft steigt über dem Land auf und lässt dort am Boden ein Gebiet tiefen Druckes entstehen, in das die kühlere Luft vom Wasser her nachströmt. Der daraus resultierende Bodenwind weht von der See zum Land und wird als Seewind bezeichnet.

Nachts entsteht eine umgekehrte Zirkulation. Die küstennahen Landflächen kühlen sich durch Ausstrahlung schneller und stärker als das Meer ab. Am Boden weht der Wind nun von Land zur See hin und wird als Landwind bezeichnet.

Der Wechsel zwischen See- und Landwind ist besonders beim Ankern zu beachten.

2. Windstärken
Wind 
(Beaufort)
Wind 
(kn)
Wind 
(m/s)
Wind 
(km/h)
  Auswirkungen Seegang
0 0 0 0 Windstille -- glattes Wasser
1 1-3 0,3-1,5 1-5 Leiser Zug aufsteigender Rauch wird abgelenkt Kleine Kräuselwellen
2 4-6 1,6-3,3 6-11 Leichte Brise Wind im Gesicht fühlbar Kleine Wellen
3 7-10 3,4-5,4 12-19 Schwache Brise Blätter werden bewegt, leichte Fähnchen wehen Kämme beginnen zu brechen, vereinzelt weiße Schaumkämme
4 11-15 5,5-7,9 20-28 Mäßige Brise kleine Zweige werden bewegt, schwere Fähnchen wehen Weiße Schaumkämme treten häufiger auf
5 16-21 8,0-10,7 29-38 Frische Brise größere Zweige werden bewegt, Wind im Gesucht unangenehm mäßige Welle, ausgeprägt, lange Form. überall weiße Schaumkämme
6 22-27 10,8-13,8 39-49 Starker Wind große Zweie werden bewegt, Wind singt in Drahtleitungen und Takelage Kämme brechen, weiße Schaumflächen, große Wellen beginnen sich zu bilden
7 28-33 13,9-17,1 50-61 Steifer Wind kleinere Bäume werden bewegt, Hemmung beim gehen gegen den Wind See türmt sich , Gischt, Schaum legt sich in Windrichtung
8 34-40 17,2-20,7 62-74 Stürmischer Wind große Bäume werden bewegt, einzelne Zweige brechen ab, erhebliche Behinderung beim Gehen gegen den Wind mäßige Welle, lange Wellenkämme,  Schaum legt sich ausgeprägt in Windrichtung,  Gischt weht von den Kanten der Käme ab
9 41-47 20,8-24,4 75-88 Sturm leichtere Gegenstände werden herumgeweht, Schäden an Dächern Hohe Wellenberge, dichte Schaumstreifen in Windrichtung, See beginnt zu rollen
10 48-55 24,5-28,4 89-102 Schwerer Sturm Bäume werden entwurzelt, Häuser werden beschädigt Sehr hohe Wellenberge, überbrechende Kämme, See weiß, Sichtbehinderung durch Gischt, See rollt schwer
11 56-63 28,5-32,6 103-117 Orkanartiger Sturm Schwere Schäden durch den Sturm Außergewöhnliche hohe Wellenberge, wenig Sicht, Wellenkämme werden zu Gischt zerblasen
12 63 32,6 117 Orkan Verwüstung und Zerstörung Luft mit Schaum und Gischt angefüllt, See vollständig weiß, keine Fernsicht


3. Wetterkarten

Wer Wetterkarten richtig deuten kann, ist in der Lage die Informationen des Wetterberichtes zu verstehen, um sich so ein richtiges Bild über das Wetter zu machen. Wichtig ist dabei, für welchen Zeitpunkt die Wetterkarte gültig ist. Dazu ist es nötig sich mit einigen Ausdrücken der Meteorologie vertraut zu machen.
  • Isobaren (Linien gleichen Luftdruckes)
  • Hoch- und Tiefdruckgebiete
  • Fronten (Kaltfronten, Warmfronten, Okklusionen)
  • Wettererscheinungen (z. B. Gewitter, Regen, Nebel, Schnee)


Fronten:

Warmfronten: Warme, daher leichtere Luft, gleitet auf die darunterliegende Kaltluft auf und wird gehoben. Durch die Hebung kühlt die mit Feuchtigkeit gesättigte Luftmasse soweit ab, daß sie kondensiert, es bilden sich Wolken und später Niederschlag.

Die Warmfront ist an aufziehenden hohen Federwolken (Cirren) bereits einige 100km vor ihrem eigentlichen Eintreffen erkennbar. Bei weiterem Herannahen der Front verdichten sich die Wolkenschichten, die Wolkenuntergrenze sinkt ab, es setzt Niederschlag ein, der nach Durchzug der Warmfront wieder nachlässt oder aufhört.
 
Kaltfronten: Kalte, schwere Luft schiebt sich unter die Warmluft. Diese wird gehoben, es bilden sich Wolken. Wo die kalte Luftmasse auf die warme trifft, können sich starke Schauer und Gewitter bilden.

Die Kaltfront wird in der Wetterkarte dort eingezeichnet, wo die Warmluft von Kaltluft verdrängt wird. Im Gegensatz zur Warmfront ist die Kaltfront nicht solange im voraus erkennbar.
 
Okklusionen: Da die Kaltfront fast doppelt so schnell wie die vorgelagerte Warmfront vorankommt, holt sie diese irgendwann am Boden ein. Der Warmsektor zwischen den beiden Fronten wird immer mehr eingeschnürt und wird, nachdem die Kaltfront die Warmfront eingeholt hat, schließlich ganz vom Boden abgehoben.
 
  seemannschaft_wetter   Freitag, 12 März 2010 02:18 Insgesamt 3843802 Zugriffe seit 01. Januar 2003 davon 1568 auf diese Seite   
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